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In der
Vergangenheit spielten Bäume im Leben der Menschen eine wesentlich
wichtigere Rolle als heutzutage. Eine Welt, in der man den Unbilden der
Natur (Gefahren extremer Wettersituationen) nicht mehr ausgesetzt ist,
und in der das Wissen über die natürlichen Vorgänge fast
gänzlich verloren gegangen ist, braucht man den Wald nur noch als
Erholungsraum .
Noch
vor nicht allzu langer Zeit war das Verständnis der Natur tiefer.
Die Bäume waren Sitz der Götter und Orte des Gerichts. Der Wald
war Lebensraum, Lebensspender und Teil der Religion.
Den Kelten galt die Eiche als göttlicher Baum. Wer einen heiligen
Baum oder Hain fällte, war dem Tode geweiht. In der germanischen
Kultur war die Eiche dem Donnergott Thor geweiht, dem geopfert wurde,
für ertragreiche Ernten. Selbst in der heiligen Schrift wurden Eichen
als Orakelstätten erwähnt.
Die Redensart "Über jemanden den Stab brechen" entspringt
dem altfränkischen Recht. Unter den Franken wurden über einen
schuldigen Missetäter vor Gericht vier Erlenstäbe über
den Kopf zerbrochen und anschließend in verschiedene Richtungen
geworfen. Das symbolisierte die Lossagung von der Familie und erlaubte
die Wüstung seiner Besitztümer.
In der nordischen Dichtung der "Snorri Edda" wird die Esche
als Stütze der Welt beschrieben. Als riesige Säule mit drei
Wurzeln verbindet sie Asgard die Götterstadt , Jothunheimen das Land
der Riesen und Nifelheim die Unterwelt miteinander. Über eine Regenbogenbrücke
kommen die Götter zum Unterweltbaum, um in seinem Schatten Gericht
zu halten.
Ein Baum des Gerichts
war auch die Linde. Judicium subtilia "Das Gericht unter den Linden"
ist Gegenstand der Erwähnung in vielen alten Urkunden. Es galt der
Glaube, die Eigenschaften des Lindenbaumes können die reine Wahrheit
ans Tageslicht bringen |
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Aber der Linde wurden auch positive Eigenschaften zugeschrieben, so z.B.
eine Aura von Wärme und Geborgenheit wegen ihres frischen Grüns
und dem duftenden Blütenmeer im Frühling.
Ihre Wuchsform im Freistand, mit weit ausladender Krone, bot guten Schutz
gegen die Unbilden des Wetters und machte Sie zum Zentrum der dörflichen
Geselligkeit. In ihrem Schatten wurde gefeiert, gefeilscht und gespielt.
Ihre Beliebtheit verdeutlicht vielleicht Neidhart von Reubenthal in einem
Lied: "Winter deine Gewalt will uns von der breiten Linde weg in
die Stube drängen". Noch heute stehen oft auf den Plätzen
der Dörfer alte Linden. Umwuchert jedoch meist von Beton.
Die Weide wurde in
verschiedenen Kulturen mit dem Tod in Verbindung gebracht. Den Nordeuropäern
galt die Birke als Baum der Liebe des Lebens und des Glücks. Keltische
Druiden schrieben der Eberesche die Kraft zu Fluch und Unglück abzuhalten.
Der lateinische Name der Lärche könnte von dem Namen der guten
römischen Hausgötter abstammen, den Laren. In Tirol galt die
Lärche als Wohnsitz der Waldfrauen und schützte Frauen und Kinder.
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