Naturschutz und Wald |
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Verglichen mit der Landwirtschaft , die für jedes Insekt, jeden Pilz und jede Maus ihr spezielles Mittelchen hat, und die für Wachstum und Wachstumsstop (Halmverkürzer) den Boden mit chemischen Stoffen überschüttet, sieht es in dieser Beziehung für den Wald gut aus. Chemische Mittel zur Bekämpfung von Schädlingen werden im Forst nur in absoluten Ausnahmefällen, wie bei Massenvermehrungen von Insekten eingesetzt. So werden wahrscheinlich nicht einmal auf ein Prozent der Waldfläche pro Jahr solche Mittel eingesetzt. Wenn man über den Wald und Naturschutz nachdenkt, darf man natürlich andererseits nicht außer Acht lassen, dass Mitteleuropa ohne Eingriff des Menschen nahezu völlig mit einem Mantel aus Wald bedeckt wäre. Verfolgt man diesen Gedanken konsequent, so würde Naturschutz bedeuten "Urwälder wiederzuerschaffen. Leider (aus Sicht des Waldschrates) ist dies aus heutiger Sicht natürlich völlig unrealistisch. Die unbewirtschaftete und sich selbst überlassene Waldfläche in Deutschland beträgt weniger als ein Prozent. Der Rest ist Wirtschaftswald. Daher könnte man die Idee haben , dass die Wälder wenigstens möglicht naturnah bewirtschaftet werden sollten. Daraus ergibt sich wiederum die Frage, wie ein naturnaher Wald denn nun eigentlich aussieht. Da es eigentlich keinen richtigen Urwald mehr gibt, von dem man sich "abgucken" könnte wie ein natürlicher Wald aussieht, ist diese Frage auch unter den Experten strittig. Sicher ist das Buchenwälder dominieren würden. Förster gehen gerne davon aus, dass Buchen in der Natur dazu neigen hallenartige Bestände auszubilden. Somit wären ihre Buchenwälder , die dem Schlagweisen-Hochwald Modell getreu bewirtschaftet werden sehr nahe dem Ideal der Natur.
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Wieder andere behaupten, dass der Urwald eher eine kleinflächige Struktur aufweist, bei der auf kleinsten Flächen große und kleine Bäume mosaikartig nebeneinander vorkommen. Somit wäre die Plenterbewirtschaftung in ihren Strukturen ähnlicher dem eines Urwaldes (allerdings nicht in der Alterszusammensetzung). Die Wirklichkeit wird wahrscheinlich in einer Mischung beider Ideen liegen. Möchte man die auf den Wald spezialisierten Tiere schützen, so ist eines sicher: "Die Bäume sollten dick sein und müssen eines natürlichen Todes sterben dürfen." Was hier klingt wie ein plakativer Spruch, beruht in Wirklichkeit auf der einfachen Tatsache, dass in Waldbeständen mit vielen starken, alten Stämmen, von denen einige auch schon tot sind oder im Sterben begriffen, die Zahl der gefährdeten und seltenen Arten am größten ist. Hier finden Spechte genügend Raum ihre Höhlen zu bauen, die wiederum später vielen Untermietern als Wohnraum dienen. Seltene Insekten und Pilzarten haben genügend Zeit, sich anzusiedeln und ihren Lebenszyklus zu durchlaufen. Im Wirtschaftswald
haben diese Gedanken mittlerweile auch Gehör gefunden. Nach den
Stürmen der letzten Jahrzehnte ist klar geworden, dass Fichtenmonokulturen
nicht das Maß aller Dinge sind, denn riesige Windwurfflächen
gab es vor allem dort wo sie in reiner Form angebaut wird.
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